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Aus anderen Augen betrachtet: Ein kleiner Perspektivwechsel

  • 4 days ago
  • 3 min read

Manchmal frage ich mich, wie unsere Tiere bestimmte Situationen erleben.

Nicht die großen Momente. Nicht die Spaziergänge, das Training oder die Abenteuer.

Ich frage mich wie diese stillen Augenblicke dazwischen wahrgenommen werden.

Die Momente, in denen wir erschöpft sind.

Traurig.

Überfordert.

Oder so sehr mit uns selbst beschäftigt, dass wir kaum merken, was um uns herum passiert.


Früher habe ich sehr gern Kurzgeschichten geschriebe und vor ein paar Tagen kam es einfach so in meinen Kopf und ich habe seit langer Zeit mal wieder genau zu diesen Gedanken eine kleine Geschichte geschrieben.

Nicht, weil ich die exakte Wahrgeit erzähle, was in einem Hund vorgeht.

Sondern weil die Geschichte etwas ausdrückt, das ich in meiner Arbeit immer wieder beobachte:

Dass Mensch und Tier oft dieselbe Situation erleben und trotzdem völlig unterschiedliche Geschichten darüber erzählen.

Hier ist sie:


"Aus anderen Augen betrachtet

Ich sehe dich dort sitzen. Deine Beine sind an deinen Körper gezogen. Du machst dich ganz klein.

Ich höre nichts, nur ganz leise deinen flachen Atem.

Die Haare fallen dir über die Schultern und über dein Gesicht. Ich kann deine Mimik nicht sehen, erkenne aber trotzdem, dass es dir nicht gut geht.

So gar nicht gut geht.

Ich spüre es in meinem Körper.

Spüre deine Erschöpfung.

Deinen Schmerz.

Mein Bauch fühlt sich hart und schwer an. Meine Glieder schmerzen. Mein Herz rast.

Es rast, weil deins so langsam schlägt.

Wenn ich mich konzentriere, nehme ich deinen Herzschlag wahr.

Es schlägt einen sonderbaren Takt.

Ich beobachte dich.

Spüre dich so intensiv.

Ich will nicht, dass es dir so geht.

Gehe zu dir und stupse dich an.

Du blickst auf und als du mich erkennst, seufzt du.

Du legst deine Hand an meinen Kopf und schaust mich an.

Ich erkenne Tränen in deinen Augen glitzern.

Möchte dir über die Wange lecken.

Du sollst nicht weinen.

Aber du schiebst mich ein Stück weg und tadelst mich.

Raus gehen könnte helfen, fällt mir ein.

Ich rase zur Haustür und hole die gelbe lange Leine, die du immer mitnimmst, wenn wir in den Wald wollen.

Ich falle fast hin auf dem glatten Boden. Renne so schnell ich kann zu dir.

Zeige dir die Leine und wedel so kräftig mit meinem Schwanz, dass deine Haare im Wind wehen.

Doch statt dich zu freuen, kommen jetzt richtige Tränen.

Was habe ich falsch gemacht?

Du vergräbst dein Gesicht in deinen Händen.

Stützt deinen Kopf auf deine Knie.

Dein Körper zuckt seltsam, während ich dein Weinen beobachte.

„Ach Scheiße“, flüsterst du und hebst den Kopf.

Gehen wir jetzt doch raus?, denke ich.

Doch du guckst mich nur sehr, sehr traurig an."


Vielleicht erzählen wir uns manchmal die falsche Geschichte

Als ich diese Geschichte geschrieben habe, hatte ich Tränen in den Augen.

Nicht, weil ich glaube, dass Hunde genau so denken.

Sondern weil ich glaube, dass viele von uns Menschen oft so sehr in unseren eigenen Gedanken gefangen sind, dass wir vergessen, was tatsächlich gerade passiert.

Wir schauen unseren Hund an und denken:

Ich habe nicht genug Zeit.

Mein Hund kommt zu kurz.

Früher war alles besser.

Ich mache nicht genug.

Und während wir uns all diese Geschichten erzählen, sitzt da vielleicht ein Hund, der einfach nur wahrnimmt:

Mein Mensch geht es gerade nicht gut.

Nicht mehr.

Nicht weniger.

Vielleicht bewerten unsere Tiere uns viel weniger, als wir glauben.

Vielleicht führen sie keine Liste darüber, wie viele Spaziergänge ausgefallen sind.

Vielleicht rechnen sie nicht nach, wie oft wir zu müde waren.

Mit hoher Sicherheit sind sie viel mehr im Hier und Jetzt als wir.

Und wahrscheinlich ist genau das der Grund, warum sie uns immer wieder zurückholen.

Zurück in den Moment.

Zurück in die Verbindung.

Zurück zu uns selbst.

Denn Verbindung entsteht nicht dadurch, dass wir perfekt sind.

Nicht dadurch, dass wir alles richtig machen.

Und auch nicht dadurch, dass wir nie schwierige Phasen haben.

Verbindung entsteht immer wieder neu.

In einem Blick.

In einer Berührung.

In einem gemeinsamen Atemzug.

In einer Minute, in der wir wirklich da sind.

Und vielleicht ist das die Erinnerung, die unsere Tiere uns immer wieder schenken:

Dass wir nicht erst perfekt werden müssen, um geliebt zu werden.


Wenn du dich in diesen Zeilen wiedergefunden hast und manchmal das Gefühl hast, deinem Tier nicht gerecht zu werden, dann möchte ich dir sagen:

Du bist mit diesem Gefühl nicht allein.

Und du musst es auch nicht alleine tragen.

Für genau solche Momente habe ich meinen kostenfreien Self CheckIn entwickelt.

Er hilft dir dabei, eure Beziehung einzuordnen, Zusammenhänge zu erkennen und wieder ein Stück näher an das zu kommen, was oft unter all dem Stress verloren geht: Verbindung.



 
 
 

1 Comment


Ich habe mich und die Situation so sehr wirdererkannt.

Ich musste direkt weinen....

Es ist so toll und anschaulich beschrieben.

Danke

Like

Vielleicht spürst du gerade, dass du nicht mehr alleine weitermachen möchtest.

Dass es Zeit ist, genauer hinzuschauen: Auf dich, auf euch, auf das was wirklich los ist.

Dann freue ich mich auf dich.

In einem kurzen Gespräch klären wir Details und vereinbaren wann wir starten.

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Zum Self CheckIn gehts            entlang.

Nutze gern für jegliche Fragen das folgende Formular.

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