Seit ich Mama bin, habe ich ständig ein schlechtes Gewissen meinen Hunden gegenüber
- Jun 3
- 3 min read
Über Schuldgefühle sprechen die wenigsten Menschen offen.
Nicht, weil sie selten sind, sondern weil sie sich so verdammt unangenehm anfühlen.
Eines davon ist dieses Gefühl, den eigenen Hunden nicht mehr gerecht zu werden, seit ein Kind da ist.
Ok, kurz atmen, wenn du dich gerade ertappt fühlst.
Ich kenne das.
Und ich glaube, viele Frauen kennen es auch.
Früher war ich Hundemama.
Heute bin ich Menschenmama und Hundemama.
Und auch wenn ich meine Tiere genauso liebe wie früher, hat sich etwas verändert.
Nicht meine Liebe.
Aber meine Zeit.
Meine Aufmerksamkeit.
Meine Kapazität.
Und oft tut mir das weh.
Als meine Tiere noch mein Lebensmittelpunkt waren
Es gab eine Zeit, da haben sich meine Tage ganz selbstverständlich um meine Tiere gedreht.
Lange Spaziergänge.
Training.
Gemeinsame Abenteuer.
Stunden draußen.
Ich konnte spontan entscheiden, den ganzen Nachmittag mit ihnen unterwegs zu sein.
Wenn einer etwas brauchte, war sofort Raum dafür da.
Meine Hunde und auch die anderen Tiere waren ein großer Teil (vielleicht der Größte) meines Lebens.
Und ganz ehrlich?
Ich habe das geliebt.
Dann wurde ich Mama
Und plötzlich war da ein kleiner Mensch.
Ein Mensch, der nicht warten kann.
Der nicht versteht, dass ich gerade noch schnell mit dem Hund gehen möchte.
Der mich nachts braucht.
Tagsüber braucht.
Eigentlich immer braucht.
Und so sehr ich mein Kind liebe:
Es hat die Dynamik verändert.
Komplett.

Das schlechte Gewissen kam schleichend
Nicht von heute auf morgen.
Aber irgendwann habe ich angefangen, Dinge zu bemerken.
Dass Spaziergänge kürzer wurden.
Dass spontane Ausflüge nicht mehr möglich waren.
Dass ich häufiger dachte: "Morgen wieder."
Oder: "Heute reicht es leider nur für das Nötigste."
Und jedes Mal war da dieses kleine Ziehen.
Dieses Gefühl: Meine Tiere kommen zu kurz.
Warum dieses Gefühl so weh tut
Weil viele von uns ihre Tiere nicht einfach halten.
Wir leben mit ihnen.
Wir haben Beziehungen zu ihnen.
Geschichten.
Gemeinsame Jahre.
Und dann verändert sich plötzlich alles.
Nicht aus böser Absicht.
Sondern weil das Leben weitergeht.
Trotzdem fühlt es sich manchmal an, als würde man jemanden enttäuschen, den man liebt.
Das Schwierigste daran
Mein Kind geht vor.
Natürlich.
Darüber müssen wir nicht diskutieren.
Wenn mein Kind etwas braucht und mein Hund etwas braucht, dann bekommt mein Kind zuerst meine Aufmerksamkeit.
Puh, allein das zu schreiben fühlt sich hart an. Aber das ist die Realität.
Und gleichzeitig darf beides wahr sein:
Dass ich mein Kind liebe.
Und dass ich traurig darüber bin, was sich für meine Tiere verändert hat.
Diese beiden Gefühle schließen sich nicht aus.
Was mir geholfen hat
Irgendwann habe ich aufgehört, ständig zu vergleichen.
Nicht mehr: "Wie war es früher?"
Sondern: "Was brauchen wir heute?"
Denn meine Tiere brauchen heute nicht dieselbe Version von mir wie vor fünf Jahren.
Und ich bin heute auch nicht mehr dieselbe Frau.
Ich bin Mutter geworden.
Ich trage mehr Verantwortung.
Mehr Mental Load.
Mehr Leben.
Und trotzdem bin ich noch immer ihre Bezugsperson.
Noch immer ihre Familie.
Noch immer die Person, die sie lieben.
Nur unsere Familie ist jetzt größer. Anders.
Vielleicht kennst du diesen Gedanken
Vielleicht sitzt du manchmal mit schlechtem Gewissen auf dem Sofa, wenn dein Kind endlich schläft.
Und du eigentlich weißt, dass dein Hund heute zu kurz gekommen ist.
Vielleicht schaust du ihn an und denkst:
Früher war alles anders.
Wenn du das kennst, dann möchte ich dir etwas sagen:
Du bist damit nicht allein.
Und du bist deshalb keine schlechte Hundemama.
Liebe misst sich nicht nur in Zeit
Das war eine der wichtigsten Erkenntnisse für mich.
Liebe misst sich nicht nur in Stunden.
Nicht nur in Spaziergängen.
Nicht nur in Beschäftigung.
Sondern auch in Verbindung.
In Präsenz.
In Beziehung.
Und genau die kann bleiben, selbst wenn sich das Leben verändert.
Wichtig ist, wie du die kurze Zeit nutzt
Beim Spaziergang mal nicht noch diesen einen Anruf machen, beim Feierabend genießen vielleicht mal die alten Tricks abrufen statt "gemeinsam" auf den Fernseher zu starren oder doch bewusst mal einen Kinder- und Tierfreundlichen Ausflug planen.
Oft wiegen die kleinen Dinge schwer. Im Negativen wie auch im Positiven.
Wenn du dich darin wiedererkennst
Wenn du beim Lesen gemerkt hast, dass dich dieses Thema berührt und du merkst, dass euer Alltag sich nihct mehr gut anfühlt, dann kann mein kostenfreier Self-CheckIn ein guter erster Schritt sein.
Er hilft dir dabei, eure Dynamik besser einzuordnen und herauszufinden, was gerade wirklich zwischen dir und deinem Hund wirkt.
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