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Tierkommunikation beim Hund: Was sie wirklich verändern kann

  • Jun 28
  • 6 min read

Ich hatte vor ein paar Tagen einen Moment, in dem ich dachte: "Wow. Wie krass."

Ich saß mit Freddy (meinem Schwein) auf dem Boden.

Ich habe ihm den Bauch gekrault.

Ein Tier, vor dem ich früher wirklich echte Angst hatte. Und das aus gutem Grund.

Ein Tier, bei dem ich oft dachte:

„Ich weiß nicht, ob wir das miteinander schaffen.“ Ich bin doch immer die, die "Tiere kann" und hätte niemals gedacht, dass es je ein Tier geben könnte, mit dem ich mich nicht verstehe...


Und während ich da nun mit Freddy auf dem Boden saß, musste ich daran denken, wie anders alles einmal war. Wie viel Angst da war- wahrscheinlich nicht nur meinerseits. Wie viele Missverständnisse entstanden sind. Wie oft ich dachte: „Warum macht er das?“ „Warum reagiert er so?“ „Was stimmt mit ihm nicht?“

Heute sehe ich Freddy anders.

Nicht, weil plötzlich alle Herausforderungen weg sind.

Nicht, weil Tierkommunikation irgendein magischer Schalter war.

Sondern weil sich etwas Entscheidendes verändert hat: Mein Blick auf ihn.

Und genau darüber möchte ich heute sprechen/schreiben.

Denn vielleicht kennst du dieses Gefühl auch von deinem Hund.

Du liebst ihn.

Du würdest alles für ihn tun.

Und trotzdem gibt es Momente, in denen du ihn nicht verstehst. Oder vielleicht auch Angst hast?

Momente, in denen du dich fragst:

„Warum macht mein Hund das?“

„Warum kommen wir nicht weiter?“

„Was versucht er mir eigentlich zu sagen?“


Wenn ein Tier plötzlich nur noch über sein Verhalten gesehen wird

Vor ungefähr anderthalb Jahren habe ich Freddy übernommen.

Ein Schwein.

Und ganz ehrlich?

Es ist alles schiefgegangen, was hätte schiefgehen können.

Freddy kam nicht einfach entspannt in unser Leben.

Er brachte seine eigene Geschichte mit.

Seine eigenen Erfahrungen.

Seine eigenen Ängste.

Und vermutlich unglaublich viel Überforderung. Nicht nur seine, sondern auch meine.

Wenn Freddy ein Hund gewesen wäre, würden viele Menschen wahrscheinlich sehr schnell ein Urteil fällen.

„Dieser Hund ist schwierig.“

„Dieser Hund ist gefährlich.“

„Dieser Hund muss weg.“

Denn Freddy hat Situationen eskalieren lassen.

Er hat eins meiner Pferde angegriffen und schwer verletzt.

Er hat mich gebissen.

Und ich möchte das nicht kleinreden. Es war eine wirklich schwierige Zeit.

Es gab viele Momente, in denen ich wirklich Angst vor ihm hatte.

Momente, in denen ich nicht wusste, wie ich richtig reagieren soll.

Und genau da passiert etwas, was viele Menschen mit ihren Hunden kennen:

Man sieht irgendwann nicht mehr das ganze Lebewesen.

Man sieht nur noch das Problem.

Man sieht:

Der Hund bellt.

Der Hund reagiert.

Der Hund zieht.

Der Hund macht etwas, was nicht funktioniert.

Aber hinter diesem Verhalten ist immer noch ein Wesen. Mit einem Herz und Gefühlen.

Ich hatte das bei Feddy vollkommen vergessen.


Wie aus Angst und Unsicherheit ein Kreislauf entstehen kann

Heute kann ich diesen Prozess viel besser verstehen.

Damals war ich angespannt. Ich war vorsichtig. Ich habe darauf gewartet, was als Nächstes passiert.

Und natürlich hat Freddy das wahrgenommen.

Nicht, weil Tiere unsere Gedanken lesen können. (Naja, vielleicht doch...?)

Sondern weil Tiere unglaublich fein wahrnehmen.

Körpersprache. Stimmung. Spannung. Unsere innere Haltung.

Und daraus kann ein Kreislauf entstehen:

Das Tier macht etwas.

Wir erschrecken.

Wir werden angespannt.

Das Tier spürt diese Spannung.

Und reagiert vielleicht noch stärker.

Irgendwann verstärken sich beide Seiten gegenseitig.

Nicht, weil jemand „schuld“ ist.

Sondern weil zwei Lebewesen in einer schwierigen Dynamik festhängen.

Kennst du bestimmt auch? Das erleben wir auch im menschlichen Umfeld.


Der Moment, an dem ich Freddy eigentlich loswerden wollte

Es gab einen Punkt, an dem ich dachte: „Ich möchte Freddy eigentlich nicht behalten.“

Und dieser Satz war für mich schwer.

Denn ich hatte mich bewusst für ihn entschieden. Ich hatte gesagt: Ich nehme dieses Tier auf. Ich übernehme Verantwortung. Ich rette ihn. Und wenn ich sowas sage, ziehe ich auch durch.

Aber gleichzeitig musste ich ehrlich sein:

So wie es gerade war, konnte es nicht weitergehen.

Ich wollte nicht dauerhaft Angst haben.

Ich wollte nicht dauerhaft angespannt sein.

Und ich wollte vor allem nicht, dass Freddy nur noch als „das Problem“ gesehen wird.

Aber ich wusste auch: Die Alternative wäre gewesen, dass er nicht weiterleben kann.

Also war klar: Wenn ich mich für ihn entschieden habe, dann gehe ich auch den Weg.

Ich musste etwas verändern.


Was Tierkommunikation mit Freddy verändert hat

In dieser Zeit habe ich eine Tierkommunikation mit Freddy machen lassen. Nicht selber, wie sonst, sondern von einem tollen Kollegen. Ich war selber viel zu unfrei um in der Konstellation in eine Kommunikation zu gehen.

Und ich weiß, dass das Thema Tierkommunikation für viele Menschen erstmal ungewohnt ist.

Manche sind neugierig. Manche skeptisch. Und ich finde beides völlig verständlich.

Denn ich möchte auch ganz klar sagen:

Tierkommunikation bedeutet für mich nicht:

„Eine Sitzung machen und danach ist jedes Problem gelöst.“

Das wäre Hokuspokus und es wäre nicht ehrlich.

Freddy war danach nicht plötzlich ein anderes Tier.

Die Vergangenheit war nicht gelöscht.

Die Herausforderungen waren nicht einfach weg.

Aber etwas hat sich verändert.

Mein Verständnis.

Mir wurde gesagt, dass Freddy ganz viel Liebe in sich trägt und diese so gern zeigen und geben würde. Und auch, dass er gar nicht wollte, dass diese ganzen Dinge passieren. Es waren Unfälle. Er hatte auch einfach Angst.

Ich habe angefangen, Freddy anders zu sehen. Nicht mehr nur als Tier, das schwierig ist, sondern als Tier, das etwas erlebt hat. Als Tier mit einer eigenen Perspektive. Als Tier, das nicht gegen mich arbeitet.

Ein kleines Schwein, dass versucht, mit seiner Welt klarzukommen.

Und dieser Gedanke hat unglaublich viel verändert und mich berührt.


Tierkommunikation Hund: Was sie wirklich bewirken kann

Gerade bei Hunden finde ich diesen Punkt unglaublich spannend.

Viele Menschen kommen irgendwann an den Punkt zu sagen: „Ich habe schon so viel probiert.“

Training. Übungen. Management. Tipps. Ratgeber.

Und trotzdem bleibt dieses Gefühl: „Ich verstehe meinen Hund nicht.“

Und vielleicht ist genau da der Moment, in dem es interessant wird, nicht nur auf das Verhalten zu schauen.

Sondern auf die Beziehung. Auf die Verbindung.

Auf die Frage: „Was passiert eigentlich zwischen uns?“

Denn Verhalten ist Kommunikation.

Natürlich braucht ein Hund Grenzen.

Natürlich brauchen Hunde Orientierung.

Natürlich gibt es Situationen, in denen wir handeln müssen.

Aber bevor wir nur fragen: „Wie bekomme ich dieses Verhalten weg?“, dürfen wir manchmal fragen:„Warum zeigt mein Hund dieses Verhalten überhaupt?“


Ein schwieriger Hund ist vielleicht ein Hund, der noch nicht verstanden wurde

Dieser Satz begleitet mich seit meiner Erfahrung mit Freddy:

Vielleicht ist ein Tier nicht wirklich schwierig.

Vielleicht wurde es nur schwierig verstanden.

Das heißt nicht, dass jedes Verhalten okay ist.

Das heißt nicht, dass wir alles akzeptieren müssen.

Aber es verändert die Haltung. Und Haltung verändert Beziehung.

Wenn ich einem Hund begegne mit: „Was stimmt nicht mit dir?“, fühlt sich das anders an als:

„Was brauchst du gerade?“

Und genau diese Veränderung kann unglaublich viel bewirken.


Warum Tierkommunikation auch für Hundemamas interessant sein kann

Ich arbeite heute nicht mit Schweinen.

Ich habe mich auf Hunde und ihre Menschen spezialisiert.

Auf die Beziehung zwischen Hund und Hundemama.

Auf Frauen, die ihren Hund lieben.

Aber trotzdem manchmal nicht weiter wissen.

Die sich fragen:

„Warum klappt das bei uns nicht?“

„Warum reagiert mein Hund so?“

„Warum fühle ich mich so schlecht, obwohl ich doch alles versuche?“

Und genau dort kann Tierkommunikation mit dem Hund ein wertvoller Baustein sein.

Nicht als Ersatz für Training.

Nicht als Ersatz für Verantwortung.

Sondern als Möglichkeit, den Hund nochmal anders wahrzunehmen.


Mein Moment mit Freddy

Da saß ich also mit Freddy auf dem Boden.

Und ich dachte: Wie unglaublich viel sich verändern kann.

Nicht, weil Freddy plötzlich perfekt wurde. Nicht, weil ich plötzlich alles richtig gemacht habe.

Sondern weil wir uns anders begegnen. Heute sehe ich kein „Problem-Schwein“.

Ich sehe Freddy.

Ein individuelles Wesen. Mit seiner Geschichte. Mit seinen Erfahrungen. Mit seinem Wunsch nach Sicherheit.

Und vielleicht ist genau das eine der wichtigsten Erkenntnisse aus all meinen Erfahrungen mit Tieren:

Beziehung beginnt nicht dort, wo alles perfekt läuft.

Beziehung beginnt dort, wo wir bereit sind, wirklich hinzusehen.

Während ich diesen Artikel schreibe, über den ich mir natürlich im Vorfeld schon Notizen gemacht habe, merke ich: Freddy hier zu behalten ist keine Option mehr. Es ist Tatsache, dass er dazugehört.


Frau lächelt neben Schweinchen
Freddy & ich, Juni 2026

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