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Alles eine Frage der Perspektive – warum ein Perspektivwechsel im Alltag so wichtig ist

Kennst du diese Videos oder Bilder, bei denen du dir absolut sicher bist: „Das ist ein Viereck!“ – und dann verändert sich die Kameraperspektive, und plötzlich siehst du ein komplett anderes Gebilde? Dein Kopf macht einen kurzen What?!-Moment, und du fragst dich: Wie ist das möglich?


Oder diese optischen Täuschungen, die im Netz immer wieder die Runde machen: Du bist überzeugt, dass du nur Ecken siehst – bis du genauer hinschaust und auf einmal doch Kreise erkennst. Genau diese kleinen Illusionen sind nicht nur unterhaltsam, sondern zeigen uns auch etwas sehr Grundlegendes über das Leben: Alles ist eine Frage der Perspektive.


Perspektive wechseln: Was ein Apfel mit Konflikten zu tun hat

Stell dir zwei Menschen vor, die sich gegenüberstehen und denselben Apfel betrachten.

Die eine Person sagt: „Der Apfel ist grün.“

Die andere entgegnet: „Nein, er ist rot. Siehst du das nicht?“


Wer von beiden hat recht? Beide – und keiner. Denn der Apfel ist auf der einen Seite grün und auf der anderen rot. Es hängt schlicht davon ab, von wo man schaut.


Genau so entstehen viele Konflikte im Alltag. In Beziehungen, im Job oder unter Freunden: Wir sind überzeugt, dass unsere Sichtweise die richtige ist. Dabei sehen wir nur unsere eigene Seite des Apfels – unsere subjektive Wahrnehmung. Ein echter Perspektivwechsel könnte viele Diskussionen sofort entschärfen.


Warum es die eine Wahrheit nicht gibt

In der Uni bin ich diesem Gedanken erstmals in einem anderen Kontext begegnet. Dort sprach man vom sogenannten „Paradigmenwechsel“. Ein großes, wissenschaftliches Wort für etwas, das im Grunde simpel ist: die eigene Sichtweise hinterfragen und neue Ansätze ausprobieren.


Denn: Gibt es überhaupt die eine Wahrheit? Oder ist Wahrheit immer nur ein Zusammenspiel aus Erfahrungen, Lebensumständen und individuellen Prioritäten?


Ein einfaches Beispiel: Frag 500 Menschen, ob 500 Euro viel Geld sind.


  • Für manche entspricht es einer kompletten Monatsmiete.

  • Für andere ist es gerade mal ein Wochenendeinkauf.

  • Und für einen Millionär ist es so irrelevant wie für dich und mich ein Cent.


Das bedeutet: Geld an sich hat keinen festen Wert. Es ist immer eine Frage der Perspektive – genauso wie Erfolg, Glück, Probleme oder Lösungen.


Warum es so schwer ist, die Perspektive zu wechseln

Wenn wir mitten in einer Diskussion stecken, fällt es uns besonders schwer, den Blickwinkel zu verändern. Stattdessen fragen wir uns manchmal fassungslos: „Wie kann man nur so denken? Hat der andere komplett den Verstand verloren?“


Der Grund liegt in unserer menschlichen Wahrnehmung: Wir sind darauf programmiert, unsere Sicht als „normal“ und damit auch als „richtig“ einzuordnen. Was davon abweicht, wirkt zunächst unlogisch oder sogar bedrohlich.


Genau deshalb ist es so wichtig, bewusst an der Fähigkeit zum Perspektivwechsel zu arbeiten. Sie macht uns nicht nur empathischer, sondern hilft auch, Konflikte zu lösen, Streit zu vermeiden und andere Menschen wirklich zu verstehen.


Praktische Tipps für mehr Perspektivwechsel im Alltag

Natürlich bedeutet das nicht, dass man plötzlich alles nachvollziehen oder akzeptieren muss. Es wird immer Situationen geben, in denen wir die Sichtweise anderer Menschen einfach nicht teilen können. Aber es lohnt sich, es zumindest zu versuchen.


Hier ein paar alltagstaugliche Strategien:

1. Abstand schaffen

Versuche nie mitten im Streit den Blickwinkel zu wechseln. Geh stattdessen einen Schritt zurück.

  • Trink ein Glas Wasser.

  • Mach einen Spaziergang.

  • Oder schlaf eine Nacht darüber.

Manchmal reicht schon dieser kleine Abstand, um weniger emotional zu reagieren.


2. In eine Rolle schlüpfen

Frag dich: Wie sieht das Leben der anderen Person aus?

  • Vielleicht hat sie Kinder, während du kinderlos bist.

  • Vielleicht ist sie Fleischesser, während du vegan lebst.

  • Vielleicht hat sie andere Sorgen, Werte oder kulturelle Prägungen.

Indem du dir vorstellst, selbst in dieser Rolle zu sein, erkennst du neue Blickwinkel.


3. Fragen stellen statt urteilen

Statt sofort ein Urteil zu fällen, stell eine offene Frage: „Kannst du mir erklären, warum du das so siehst?“ Oft öffnen sich dadurch Türen, die man alleine gar nicht gefunden hätte.


4. Nicht alles verstehen wollen

Perspektivwechsel heißt nicht, dass man automatisch alles nachvollziehen kann. Es heißt vielmehr, anzuerkennen, dass es mehr als eine Sichtweise gibt. Schon diese Haltung kann für mehr Gelassenheit und Respekt sorgen.


Perspektivwechsel als Schlüssel zu besseren Beziehungen

Gerade in Beziehungen ist das Thema Perspektive entscheidend. Viele Missverständnisse entstehen nicht, weil jemand böse Absichten hat, sondern weil unterschiedliche Wahrnehmungen aufeinandertreffen.


  • Der Partner, der nach einem langen Arbeitstag seine Ruhe möchte, wirkt vielleicht „distanziert“.

  • Die Partnerin, die Nähe sucht, empfindet dieselbe Situation als „Kälte“.


Beide haben recht – und beide übersehen den Blickwinkel des anderen. Erst wenn man bereit ist, sich gegenseitig in die jeweilige Rolle hineinzuversetzen, kann man Brücken bauen.


Alles eine Frage der Perspektive

Ob bei optischen Täuschungen, in Diskussionen über Geld oder in Konflikten mit Menschen, die uns wichtig sind: Am Ende geht es fast immer um die Perspektive.


Wir sehen die Welt nicht so, wie sie ist – sondern so, wie wir sind. Mit unseren Erfahrungen, Werten und Geschichten.


Wenn du das nächste Mal denkst: „Wie kann man nur so denken?“, dann erinnere dich an den Apfel. Vielleicht sieht er von deiner Seite grün aus – und von der anderen eben rot.


Ein kleiner Perspektivwechsel kann manchmal den Unterschied machen zwischen Streit und Verständnis, zwischen Distanz und Nähe, zwischen Konflikt und Lösung.

 
 
 

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